Teneriffa mal anders: 10 Dinge, an die ich mich definitiv erinnern werde

Früher dachte ich immer, Teneriffa sei eine Oma-Insel. Wahrscheinlich, weil meine Oma mal hier war. Vor zig Jahren – und auch nur, weil mein Onkel ihr einfach ein Flugticket gebucht hat. Ganz ehrlich, in manchen Orten der Insel sieht man tatsächlich jede Menge überwinternde Grauköpfe. Aber eigentlich macht das gar nichts. Ich persönlich kann schon verstehen, dass man sich in den kalten Monaten lieber in die Sonne ans Meer verzieht.

Irgendwie passierte es also, dass auch ich hier her kam. Und nach 3 Monaten auf der Insel weiß ich: Teneriffa ist überhaupt keine Oma-Insel, sondern echt cool.

Hier meine persönlichen Top 10 Teneriffa Tipps:

 1. Übernachtung bei Hippies

Ein dicker Hotelbunker und ein Zimmer im 28. Stock? Muss nicht sein. Auf Teneriffa gibt es viele alternative Unterkünfte. Schließlich gibt es auf der Insel auch noch jede Menge Aussteiger, die für kleines Geld private Zimmer vermieten. Die “Finca Buena De Caballos” bei Médano im Süden der Insel ist so ein Ort. Wer also Hotelkomfort lieber gegen Gitarrenmusik, Kerzenlicht und ein Zimmer aus Lehmziegeln eintauscht, ist hier bei den Hippies genau richtig.

El Médano Kanaren Teneriffa

2. Roadtrip ins Anaga-Gebirge

Auto mieten, Musik aufdrehen und durch die Gegend cruisen macht richtig Laune. Vor allem auf Teneriffa! Das Anaga-Gebirge hat mich ein bisschen an die schottische Insel Skye erinnert. Und ehrlich gesagt war das Wetter ähnlich mies. Aber es lohnt sich trotzdem da mal hinzufahren. Wenn man Glück hat, verzieht sich der Nebel und man schaut in eine wunderbar grüne Zwergenlandschaft.

Anagagebirge Kanaren Teneriffa

3. Chillen in der Sunset-Bar

Ein kleiner Geheimtipp! Hier ist man nur unter Spaniern, ich glaube diese dufte Bar steht in keinem Reiseführer. Kaffee trinken, Sonne und Aussicht genießen – hier ist die Welt echt noch in Ordnung. Und den wohl weltbesten Litschi-Avocado-Salat gibt’s auch noch. Sunset 290 liegt etwas oberhalb von Puerto de la Cruz, am Hang. Anfragen zur Anfahrt gerne an mich – wir haben die richtige Ausfahrt beim ersten Besuch geschlagene drei Mal verpasst.

Sunsetbar Kanaren Teneriffa

4. Unter Transen bei “Divas y Divinas”

Das Schöne am Reisen sind immer auch die Menschen, die man unterwegs kennen lernt. Und so kam es, dass in Thailand jemand jemanden kannte, der zufällig in Puerto de la Cruz auf Teneriffa eine Bar hat. “Geh’ da mal hin und richte Grüße aus, das sind coole Leute”. Gesagt, getan. Dass ebendiese Bar ein Transen-Schuppen ist, hat er natürlich nicht gesagt! So landete ich also eines Nachts bei “Divas y Divinas”. Und holler die Waldfee, es wurde richtig witzig. Mein Tipp für Spaßvögel: Hingehen, Show angucken, Hausschnaps trinken, Abend genießen!

5. Delphine gucken bei Los Gigantes

Okay – mit Delphinen zu schwimmen wäre jetzt wirklich ein Highlight. Aber diese hübschen Säugetiere mal in freier Natur herumtollen zu sehen, ist definitiv auch richtig schön! Ehrlich gesagt war mir schon speiübel, als wir weit draußen auf dem Meer endlich anhielten, um nach den Tieren Ausschau zu halten. Ob es die Paella oder der heftige Wellengang war, sei jetzt einfach mal dahingestellt. Aber als Flipper dann gleich neben dem Boot aufgetaucht ist, war das schnell vergessen.

6. Zu Gast bei Bio-Bauern

Gesund leben ist gerade irgendwie “in”. Das dachten sich wahrscheinlich auch Maite und Tabor, als sie das “Bio Space Guesthouse” in Los Silos aufmachten. Aber eigentlich finden sie es wohl einfach nur schön, inmitten eines fruchtbaren Gartens zu wohnen und Gäste aus aller Welt zu empfangen. Kann ich verstehen! Bei diesen freundlichen Menschen kann man in einfachen Holzhütten übernachten und sein frisches Gemüse in einer gemütlichen Küche zubereiten. Hier gibt es selbstgemachte Säfte und hauseigene Marmelade. Ich fand es großartig.

7. Anhalter mitnehmen

Wir waren gerade auf dem Weg von Tamaimo nach Masca und die Frau am Straßenrand sah freundlich aus. Nachdem wir die Dame also samt Köter und einem Dutzend praller Plastiktüten eingeladen hatten, fing sie an von sich zu erzählen. Carmen war eine waschechte Obdachlose und lebte seit vier Jahren in einer Höhle aus Geröll, oben drüber eine Plastikplane. Sie kümmert sich um 12 ausgesetzte Hunde und war gerade auf dem Rückweg vom Hundefutter-Einkauf. Demnächst will die Hundefrau wegziehen. Sie meint die Leute im Dorf seien einfach zu intolerant geworden. Irgendwie hat Carmen mich nachdenklich gemacht und so meinen Tag bereichert. Mein Tipp: Mit Einheimischen reden und sich einfach mal deren Geschichte anhören.

8. Über den Wolken auf dem höchsten Berg Spaniens

Das hat schon was. Morgens halbnackt am Strand liegen und später über den Wolken durch den Schnee stapfen. Die “Teide-Straße” zu fahren ist definitiv ein must-do wenn man auf der Insel ist.

Teide Kanaren Teneriffa

9. Kaktusfeigen aus Masca

Masca ist für mich der vielleicht schönste Ort auf der Insel. Hier riecht es so herrlich nach Zitronen- und Orangenbäumen! Früher wurde dieses wunderbare Fleckchen Erde “das verlorene Dorf” genannt, weil man es nur mit dem Esel oder zu Fuß erreichen konnte. Bis heute leben hier nur etwa 100 Leute – und mal abgesehen von den Horden an Touristen, die den Ort täglich mit Tourbussen überrollen, ist es wirklich herrlich friedlich hier. Wer ein bisschen aktiv sein möchte, macht die bekannte Wanderung bis runter zum Meer. Ich könnte mir noch jetzt die Ohren langziehen, dass ich sie nicht gemacht habe.

Masca Kanaren Teneriffa

10. Karneval in Santa Cruz

Alle sagen, der Karneval auf Teneriffa hat es in sich. Rockt richtig, ist der zweitgrößte nach Brasilien und hat die schönsten Königinnen. Stimmt! An Karneval drehen hier alle durch. Vor allem in Santa Cruz. Wer also stundenlange Umzüge, nächtelanges Tanzen in den Straßen und Männer in Stöckelschuhen mag, sollte dieses Riesen-Event mal mitnehmen.

Neben der Übernachtungsmöglichkeit bei den Hippies von Médano und den großen Hotels stehen euch natürlich auch noch zahlreiche weitere Unterkünfte auf Teneriffa, wie z.B. gemütliche Appartements oder Ferienwohnungen zur Verfügung.

von Nele

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10 Comments
  1. Echt super deine Tipps,will nächstes Jahr mal nach Teneriffa und dann mal schauen,bin ja Frührentner und brauche keinen Luxus,daher würde ich gerne mal bei den Hippis übernachten ganz einfach und echt super!

    L.G. Martin aus Norddeutschland

  2. Hey 🙂 ich habe vor im Februar nach Teneriffa zu fliegen und mich interessiert die “Finca buena de caballos”, kann sie aber nirgends kontaktdaten oder ähnliches entdecken.

    Hättest du vielleicht Daten?

  3. kann mir jemand die telnummer oder mailadresse von der unterkunft: Finca Buena De Caballos sagen ?
    wäre toll ! ich finde das nichts im netzt !
    danke !

  4. Hey, das sind ja wirklich sehr tolle Tipps! Danke dafür!!! Ich interessiere mich auch für die “Finca buena de caballos”. Leider hab ich im Netzt auch nichts gefunden. Die Links, die ihr hier angegeben habt führen glaub ich nicht zu “DER” Finca, kann das sein? Denn dort wird vom Norden gesprochen und eigentlich soll sie doch im Süden liegen… Hm, vielleicht doch eine Nummer irgendwo? 😉 Der Name und das Foto machen den Eindruck, als könne man dort auch mit dem Pferd los…. Das wär der Wahnsinn!!! Liebst, Nadine

  5. Hey, das ist ja der Hammer. Auch wir haben bei Masca Carmen aufgelesen, mit diversen Tüten, in einer davon steckte Carmensita, ein kleiner Hundewelpe. Auch uns hat sie viel über ihre Geschichte erzählt, und wollte auch demnächst weg (das war 2012). Und auch wir waren sehr nachdenklich nach dem Gespräch…. . Eine große Bereicherung für unseren Urlaub. Wenn jemand sie dort auch antrifft, hört einfach mal zu. Sie hat viel zu erzählen, wenn auch manchmal wirr und zweifelhaft, aber anregend.

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