Sardinien Golfo di Orosei

Traumstrände per Boot erkunden

Sardinien ist ein Paradies für Leute, die Strandurlaub lieben. Überall auf der Insel gibt es traumhafte Strände, aber die spektakulärsten fanden wir an der Ostküste, am Golfo di Orosei. Sie waren nur mit dem Boot zu erreichen. Bootsvermietungen gab es an jeder Ecke, aber wir wollten nicht selbst fahren und entschieden uns für einen Trip mit zehn Leuten in einem Schlauchboot. Die Größe war genau richtig, denn andere Ausflugsschiffe konnten nicht in die Grotten hineinfahren. Dafür hatten die wahrscheinlich aber eine Toilette an Bord und boten eventuell etwas zu essen an. Wir hatten Picknick- und Badesachen dabei und vor allem: die Kamera.
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Cala Gonone
Es ging vormittags in Cala Gonone los und wir wurden aufgefordert gleich zu fotografieren, denn das Licht und die Farben würden auf der Rückfahrt weniger beeindruckend sein. Was es zu sehen gab? Türkisblaues Wasser im Kontrast zu blendend weißer Steilküste, die das Wasser allerdings nicht zu erreichen schien. Durch die zahlreichen Grotten hatten wir den Eindruck, die senkrecht abfallenden Felsen würden über dem Wasser schweben. Manchmal erinnerte der Anblick an eine Reihe Backenzähne mit Zahnfleischschwund.

 

Blaue Grotte
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In kleinen Einbuchtungen hielten wir schon mal an. Wo das Wasser von unten her erleuchtet wurde, wie bei der Blauen Grotte, sprangen alle ins Wasser. Diese romantische Umgebung war wirklich einzigartig! Später setzte der Junge uns an verschiedenen Stränden ab und fuhr dann immer zum Angeln raus. In den Buchten schienen nicht die Felsen zu schweben, sondern die Boote, deren Schatten durch das glasklare Wasser hindurch am Meeresboden zu sehen waren.

 

Cala Goloritzè
Wir fuhren bis zur Cala Goloritzè, wo wir die turmhohen Felsformationen am Strand bestaunten. Auch dieser Strand war ausschließlich vom Wasser aus erreichbar. − Glaubten wir zumindest. Wir träumten gerade vor uns hin, als wir hinter uns Geräusche hörten. Merkwürdig, denn da war nur die Felswand. Die Realität hatte uns blitzartig wieder, denn auf einmal landeten ein paar Leute in voller Klettermontur direkt neben unserem Handtuch! Sie machten gerade einen Kurs im Abseilen und stiefelten jetzt, bei dreißig Grad im Schatten, an den halb nackten Sonnenanbetern vorbei.

 

Cala Luna
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Auf dem Rückweg besuchten wir den einzigen Strand, der über Bar und Restaurant verfügte. Der Strand Cala Luna, lag an der lang gestreckten Bucht, die die Form einer Mondsichel hatte und rechts und links von hohen Bergen flankiert wurde. Fast parallel zum Küstenverlauf entdeckten wir einen Bach mit üppiger Vegetation. Was uns ebenfalls auffiel: Vor der Küste ankerten nicht wenige Motoryachten. Auch nicht gerade die kleinsten. Als wir sie passierten, kamen aus einer Riesenyacht gerade sechs Jetskis herausgeschossen, die daraufhin den Strand ansteuerten.

 

Costa Smeralda
Wer weiß, vielleicht war an der Cala Luna so viel los, weil die Yachten dort umsonst ankern durften. – Günstig für Reiche wie Bill Gates, der die Luxussteuer im Hafen von Sardiniens Promistrand Costa Smeralda so überzogen fand, dass er sich weigerte, dort zu bleiben. 20.000 Euro für einen Tag ist natürlich heftig, andererseits hatten die Medien recht. Die lästerten, dass dieser Betrag nur einen Bruchteil der täglichen Unterhaltskosten für seine 120- Meter-Yacht mit Hubschrauberlandeplatz und Mini-U-Boot ausmache. – Die armen Reichen! Als ich das las, bekam ich fast Mitleid. In dem Moment, als die Jetskis an uns vorbeipreschten, war es eher Neid gewesen. Geb ich zu.

 

© Renate Konrad – Immer wieder Italien
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